Amphetamine und ihre geschichtliche Entwicklung

Amphetamine werden synthetisch hergestellt und tragen aufgrund ihrer aufputschenden Wirkungsweise in der Szenesprache auch die Bezeichnungen Speed, Whizz oder Weckamine. Der Wirkstoff Amphetamin wurde zuerst im Jahr 1887 durch den Chemiker Edeleanu synthetisiert, mit dem Ziel, ein Mittel zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu finden. In den 30er Jahren folgten dann eine Reihe von psychologischen Studien, in denen die menschliche Leistungsfähigkeit unter dem Einfluss von Amphetamin getestet wurde. In dem Verlauf der Studien zeigte sich schnell, dass die Spitzenleistungen der Probanden zwar nicht deutlich erhöht werden konnten, das Amphetamin aber einsetzende Ermüdungserscheinungen und unerwünschte Schläfrigkeit sehr wirksam bekämpfen kann. Aus diesem Grund waren die Teilnehmer an der Studie zu höheren Dauerleistungen fähig. Da sich Amphetamine für das Doping sehr gut eignen, wurden diese im zweiten Weltkrieg häufig Piloten, und anderen Soldaten mit einer hohen Verantwortung, verabreicht, damit diese während des Kampfeinsatzes lange wach bleiben konnten. Die Humanmedizin setzte Amphetamine zur Hemmung des Appetits ein, damit sollte übergewichtigen Menschen zu einem Gewichtsverlust verholfen werden. Angesichts der extremen Nebenwirkungen wurden diese jedoch komplett aus dem Handel genommen. In der heutigen Zeit werden Amphetamine oft von Sportlern, von Partygängern und von stressgeplagten Menschen eingenommen, um lange wach zu sein und alle Herausforderungen meistern zu können.

Die Wirkungsweise der Amphetamine auf den Menschen

Amphetamine reduzieren das aufkommende Müdigkeitsgefühl im Körper und putschen den Konsumenten stark auf. Kurzfristig ist eine Leistungssteigerung zu erkennen, langfristig ist der User wacher und aufmerksamer. Amphetamine heben die körpereigenen Schutzmechanismen auf und spiegeln falsche Energiereserven vor. Es stellt sich außerdem vorübergehend eine euphorisierende Wirkung eine, welche jedoch nur durch einen weiteren Konsum dauerhaft aufrecht erhalten werden kann. Die Wirkungsweise ähnelt der des Ecstasy, oft werden diese Drogen gemeinsam eingenommen, um die jeweiligen Auswirkungen zu verstärken. Die Risiken bei der Einnahme sind groß, da die Dauer und die Stärke der Rauschwirkung nur schwer zu kontrollieren sind. Die genaue Zusammensetzung der Droge ist den meisten Anwendern unbekannt und die Dosierung deshalb ein Spiel mit dem Feuer. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr durch einen schlechten Reinheitsgrad der Amphetamine. Der synthetische Stoff wird in den meisten Fällen in privaten und illegalen Labors hergestellt, welche über eine unzureichende Ausrüstung verfügen. Das oft mangelhafte Fachwissen der Produzenten ist ein weiterer Faktor, welcher einen negativen Einfluss auf die Qualität der Drogen hat.

Die “Nebenwirkungen” der Amphetamine

Amphetamine dienen als Mittel zur Stimulanz und erzeugen ein langanhaltendes Gefühl der Wachsamkeit, verbessern die Konzentrationsfähigkeit und das individuelle Wohlbefinden. Darüber hinaus erhöht diese Droge den persönlichen Energielevel und das Stehvermögen des Konsumenten. Außerdem verringern Amphetamine das Verlangen nach Nahrung und Schlaf, weshalb viele Nachtschwärmer diese Droge vor einer langen Partynacht einnehmen. Jedoch muss bei einer übermäßigen Dosierung mit gravierenden Spätfolgen gerechnet werden, in extremen Fällen sogar mit einer psychischen Abhängigkeit. Werden Amphetamine über eine längere Zeit eingenommen, kommt es zu einer dauerhaften Schlaflosigkeit und inneren Ruhelosigkeit. Diese Zustände können noch durch Wahnvorstellungen verschlimmert werden, als Folge verliert der User den Bezug zur Realität. Gegen die Schlaflosigkeit nehmen manche Konsumenten Schlafmittel ein und verfangen sich in einem nachteiligen Netz der Abhängigkeiten.

Die Dosierung von Amphetaminen

Da Amphetamine leicht herzustellen sind, liegt der Verkaufspreis deutlich unter dem Preis für Kokain, einem anderen sehr beliebten Aufputschmittel. Aus diesem Grund kommt es häufig zu einer schädlichen Überdosierung mit körperlichen Spätfolgen. Amphetamine können geschluckt, geschnupft und intravenös gespritzt werden. Das orale Schlucken gehört zu den sichersten Methoden für die Einnahme, da die Effekte langsam zunehmen und auch deutlich länger erhalten bleiben. Beim Schnupfen tritt die Wirkung schnell ein, reizt aber die Nasenschleimhäute und beeinträchtigt den Geruchssinn. Das intravenöse Injizieren ist eine extrem riskante Methode der Einnahme, da durch die Nadel die Venen in Mitleidenschaft gezogen werden, vermehrte Injektionen können zu Blutgerinnseln und eiternden Abszessen führen. Die Dosierung hängt stark von dem Bedürfnis und der körperlichen Verfassung des Konsumenten ab, gelegentliche Nutzer brauchen im Gegensatz zu starken Usern nur einen Bruchteil der Menge, um den erwünschten, ekstatischen Rausch zu erleben. Die Dosierungsmenge hängt ebenfalls von der Qualität der Amphetamine ab. Liegt der Konsum im Bereich von mehreren Milligramm, kann von einer Gewöhnung durch eine Abhängigkeit ausgegangen werden. Umtriebige Partymenschen mischen verschiedene Drogen mit Speed, zum Beispiel mit LSD und Ecstasy, um einen anregenden Rauschzustand langfristig aufrecht zu erhalten und die einzelnen Wirkungsweisen in dieser Kombination zu verstärken. Amphetamine sind in der Regel weiß und in einer Pulverform, die Farbgebung kann aber je nach Qualität von einem hellem Pink bis zu einem schmutzigfarbenen Grau variieren.

Die unterschiedlichen Effekte der Amphetamine auf die menschliche Gesundheit

Wie bei vielen Drogen sind auch bei den Amphetaminen die Auswirkungen auf den Körper von der eingenommen Menge und Häufigkeit der Einnahme abhängig. Wer nur ab und an diese Aufputschmittel in geringen Mengen konsumiert, der wird nur die positiven Effekte erfahren und sich an den euphorischen Momenten erfreuen. Ein andauernder Gebrauch kann jedoch zu einer Psychose führen, welche nur schwer therapierbar ist. Bei einem längeren Konsum kommt es oft zu einem Bluthochdruck, pulmonalen Hochdruck der Lunge und Schädigungen des Kreislaufs. Leistungssportler können diese Substanzen als Dopingmittel nicht verwenden, da sie bei einem Dopingtest ausgesprochen leicht nachzuweisen sind. Deshalb ist das Doping mit Amphetaminen eher beim Hobbysport verbreitet, bei dem es keine Kontrollen gibt. Nach dem Konsum sollte der User nicht am Straßenverkehr teilnehmen und auch keine schweren Maschinen bedienen.

Die Legalität von Amphetaminen in Deutschland

Amphetamine als Rauschmittel für den Spaß- und Partykonsum sind in Deutschland illegal, die Einnahme fällt als Straftat unter das Betäubungsmittelgesetz. Die Ausnahme sind die mit Amphetaminen versetzten und verschreibungspflichtigen Medikamente, welche dem Arzneimittelgesetz unterliegen. Dazu gehört zum Beispiel das Dexedrin. Da dieses synthetische Aufputschmittel als harte Drogen eingestuft wird, werden oft gravierende Strafen von der zuständigen Staatsanwaltschaft verhängt.

Amphetamine

Amphetamin