GHB und dessen Einnahme im Lauf der Geschichte

Die Abkürzung GHB steht für Gamma-Hydroxy-Butyrsäure, umgangssprachlich wird es auch Liquid Ecstasy genannt. GHB wurde zum ersten Mal im Jahr 1874 von Alexander Saizew synthetisiert, allerdings entdeckte man erst im Jahr 1960 dessen pharmakologische Wirkungen. Daraufhin wurde die Substanz in den folgenden Jahren in einem Forschungsprogramm getestet, das von der französischen Marine beauftragt worden ist. Es wird aus dem Lösungsmittel GBL gewonnen und ist eine salzhaltige Flüssigkeit, welche sowohl farb- als auch geruchlos ist. GHB ist in Medikamenten aus der Apotheke erhältlich und wird vielerorts widerrechtlich als berauschende Droge zweckentfremdet. Das zur Herstellung des GHBs dienende Lösungsmittel GBL, hierbei besteht jedoch das Risiko, dass das im technischen Bereich genutzte GBL schädliche Verunreinigungen aufweist und diese zu Vergiftungserscheinungen führen. Das Rauschmittel hat starke euphorisierende Eigenschaften, welche bei der Erhöhung der Dosierung sogar betäubend wirken. Deshalb wird GHB auch als K.-o.-Mittel in Tropfenform missbraucht, um Personen ohne ihr Wissen und ihr Einverständnis außer Gefecht zu setzen. Des Weiteren wird es auch als Aphrodisiakum verwendet, um die Libido und die Potenz zu steigern. In der Humanmedizin wird GHB als ein Narkosemittel eingesetzt, in der Tiermedizin wird es als Basisanästhetikum verwendet, dass den Namen Somsanit trägt. Anderweitige Anwendungsbereiche wurden hinreichend untersucht, jedoch wegen der sehr starken und schädlichen Nebenwirkungen auf den menschlichen Organismus verworfen. Im Szenebereich trägt es außerdem die Namen Fantasy, Gamma, G-Juice, Homeboy, Pearl und Soap. Trotz der Bezeichnung gibt es keine wirklichen Analogien zwischen den beiden Drogen, weder in ihrer Struktur noch in ihrer Wirkung.

Die Wirkung von GHB auf den Menschen

Die Wirkungsweise von GHB kann mit dem von Ethanol verglichen werden, in der Regel setzt die Wirkung nach etwa 5-10 Minuten nach der Einnahme ein. Es hebt die Stimmung und enthemmt den Konsumenten, dadurch steigert sich die individuelle Kontaktfreudigkeit und es kommt zu einer verstärkten sozialen Kontaktaufnahme. Seine aphrodisierenden Eigenschaften unterstützen die Ausübung des zwischenmenschlichen Geschlechtsverkehrs. Neben den euphorisierenden Auswirkungen kann es allerdings auch zur Störung der Koordination, zu starken Kopfschmerzen und zur Übelkeit mit Erbrechen kommen. Die Herzfrequenz und der Blutdruck sinken extrem, was zu einer Ohnmacht führen kann. Bei einer zu hohen Dosierung belastet GHB das Atemsystem und führt zu Atemnot und zu Erstickungserscheinungen, als Folge treten gesundheitlich gefährliche Krampfanfälle auf.

Die “Nebenwirkungen” von GHB

GHB wird besonders im Nachtleben als ein K.-o.-Mittel missgebraucht, wobei es unwissenden Personen hinter deren Rücken in extrem hoher Dosierung in ein Getränk gegeben wird, um diese dann bewusstlos oder zumindest wehrlos zu machen. Diese sträfliche Tat wird normalerweise im Zusammenhang mit einem Diebstahls- oder Vergewaltigungsdelikt ausgeübt. Des Weiteren führt GHB oft zu einem absoluten Filmriss, sodass sich der Konsument an keine Geschehnisse während der Wirkungsdauer erinnern kann. Das Rauschmittel ist nur sehr kurze Zeit im Körper nachweisbar, was eine Strafverfolgung der Übeltäter erheblich erschwert. Im Moment wird in der Forschung an einem Nachweis über eine entnommene Haarprobe gearbeitet, bisher gibt es jedoch noch keine konkreten Ergebnisse. Wer GHB nur in sehr niedrigen Dosierungen einnimmt, der braucht diese unerwünschten Nebenwirkungen nicht zu befürchten. Manche User lassen sich von der Bezeichnung Liquid Ecstasy in die Irre führen und hegen falsche Erwartungen an das GHB, die zu bitteren Enttäuschungen führen. Aus diesem Grund wird in Folge ein bedenklicher Mischkonsum betrieben, dessen Auswirkungen für die Gesundheit fatal sein können. Speziell im Zusammenhang mit dem artverwandten Ethanol oder gewissen Sedativa, wie zum Beispiel Opiaten, kann es zu einer tödlichen Wechselwirkung kommen.

Die Dosierung von GHB

GHB wirkt im minimalen Grammbereich, schon eine Überdosierung mit einigen wenigen Gramm zuviel, führt schnell zu einer schlagartigen Bewusstlosigkeit und einem anschließenden Filmriss. Eine niedrige Dosis liegt bei etwa 0,5 bis 1,5 g, hierbei überwiegt dann die aufputschende und stimulierende Wirkungsweise. Bei dieser Dosierung dominieren die antidepressiven, angstlösenden, euphorisierenden, sexuell stimulierenden und sozial öffnenden Effekte, die primär zur Steigerung des Selbstbewusstseins führen. Bei einer höheren Dosis von bis zu 2,5 g wird der aphrodisierende Effekt und die vorhandene Stimmung verstärkt. Bei Dosen die höher als 2,5 g sind, treten die ersten Einschränkungen der motorischen Kontrolle des Körpers auf, die mit einem übermäßigen Alkoholrausch verglichen werden können. Liegt die Dosis weit höher, wirkt GHB extrem einschläfernd. Kommt es zu einer versehentlichen, oder durch Fremde ungewollt eingeführten, Überdosierung, kann dies zu einem sehr plötzlich auftretenden Schlaf führen, der narkotische Auswirkungen auf den Körper hat. Der betroffene Konsument ist dann nur schwer aufzuwecken und wacht zumeist erst aus dem koma-artigen Schlaf auf, wenn der Körper das GHB nach vielen Stunden abgebaut hat.

Die verschiedenen Effekte von GHB auf die Gesundheit des Menschen

In den 60er und 70er Jahren wurde GHB weitverbreitet als ein Narkotikum verwendet, jedoch kann eine Überdosierung schnell zu einem Herzstillstand führen, weshalb das Mittel in der Humanmedizin für die Narkose keinen großen Stellenwert mehr hat. Es wird jedoch weiterhin bei der Behandlung der Narkolepsie eingesetzt. Es kann als Muskelrelaxan und als Schlafmittel verwendet werden, in der Partyszene wird es aufgrund seiner euphorisierenden Wirkungsweise geschätzt. Das Potential zur Abhängigkeit ist beim GHB ähnlich stark wie beim Ethanol und sollte nicht unterschätzt werden. GHB wird ebenfalls als ein Hilfsmittel bei einem Alkoholentzug verwendet, um die Qual der Entzugserscheinungen zu minimieren. Auch als Nahrungsergänzungsmittel für Sportler wird es manchmal verwendet. Bodybuilder nutzen GHB hin und wieder, um die stark aggressionssteigernde Wirkungsweise der zum Muskelaufbau eingenommenen Steroide erfolgreich zu unterdrücken. Zusätzlich fördert das Mittel die Ausschüttung von körpereigenen Wachstumshormonen, die zusätzlich beim Aufbau der gewünschten Muskelmasse helfen. Trotz des Szenenamens Liquid Ecstasy besitzt der Wirkstoff keine Verwandtschaft chemischer Art mit Ecstasy und deshalb auch keine nennenswerte Similarität mit der Wirkungsweise von Ecstasy. Diese Bezeichnung ist vor allem als ein verkaufsförderndes Argument entstanden.

GHB und seine Legalität in Deutschland

GHB fällt in Deutschland unter die Klassifizierung der medizinischen Betäubungsmittel. Der Besitz und der Konsum dieses Mittels sind ohne medizinischen Beweggründe nicht zugelassenen. Das Somsanit unterliegt jedoch der normalen Verschreibungspflicht und lässt sich deshalb einfach besorgen. Abgesehen von dem medizinischen Anwendungsbereich, macht sich jeder Besitzer und Händler von GHB strafbar und wird bei einer Überführung mit hohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen belegt. Auch die Ein- und Ausfuhr und die Herstellung für den Privatkonsum des Mittels ist ein mit Strafen geahndetes Delikt.

GHB - Effekte, Nebenwirkungen & Dosierung

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