Heroin und dessen Einnahme im Lauf der Geschichte

Heroin ist eine halbsynthetische Droge und wird durch eine Acetylierung aus der Substanz Morphin gewonnen. Morphin ist wiederum einer der Wirkstoff im Opium, das aus dem Saft des Schlafmohns hergestellt wird, deshalb gehört Heroin zu der Gruppe der Opiate. Schon in der Antike wurde Opium als Droge genutzt und war sogar bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts ein gebräuchliches Arzneimittel. Zum ersten Mal ist Heroin im Jahr 1874 aus Morphin produziert worden, in dieser Zeit hat es sich herausgestellt, dass diese Substanz eine weitaus höhere schmerzstillende Wirkungsweise hat. Daraufhin begann im Jahr 1879 die Massenproduktion von Heroin und der Wirkstoff wurde als Allerheilmittel auf den Markt gebracht. Für eine lange Dauer wurde der Substanz, im Vergleich zum Morphin, eine harmlosere Wirkungsweise zugesprochen. Erst im 20. Jahrhundert wurde Heroin in den meisten Staaten dieser Welt kriminalisiert und aus der Humanmedizin verbannt. In Deutschland bekam diese Droge eine hohe Bekanntheit durch das Buch “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”, einem autobiografischen Erfahrungsbericht, der über das harte Leben von heroinabhängigen Kindern und Jugendlichen, im westlichen Teil von Berlin während der 70er Jahre, berichtet. Auch in der heutigen Zeit hat Heroin seinen schlechten Ruf als eine Straßendroge, die von Prostituierten und Kriminellen eingenommen wird, beibehalten.

Die Wirkung von Heroin auf den Menschen

Die Wirkungsweise von Heroin hängt stark von der Dosierung ab. Wird die Droge nur in geringen Dosierungsmengen eingenommen, weckt diese die körpereigenen Glücksgefühle, dämpft den Hunger und unterdrückt die Müdigkeit. In einer hohen Dosierungsmenge hat es dagegen eine sehr beruhigende und schlaffördernde Wirkung, die den Konsumenten müde und träge macht. Generell liegt die Hauptwirkung in einer extrem starken Euphorie, welche mit einem langanhaltenden Wärmegefühl verbunden ist. Der Einfluss der äußeren Reize wird reduziert, der User fühlt sich sicher und geborgen, die Droge umschließt ihn wie ein Kokon. Es kommt zu einer Reduzierung der Atem- und Herz-Frequenz und die Pupillen sind stark verkleinert. Aus diesem Grund werden die Augen sehr lichtempfindlich, das direkte Sonnenlicht wird gemieden und verdunkelte Räume bevorzugt. Anhand der kleinen Pupillen, auch bei extrem dunklen Lichtverhältnissen, kann ein akuter Heroinkonsum festgestellt werden.

Die “Nebenwirkungen” von Heroin

Heroin dämpft die Atemfunktionen, dieser Umstand kann zu einem schwerwiegenden Atemstillstand und dem daraus folgenden Tod führen. Die Herzfrequenz wird gesenkt, weitere Folgeerscheinungen sind Übelkeit mit Erbrechen, großflächige Muskellähmungen und quälende Verstopfung. Kommt es zu einer Überdosierung und Vergiftung durch Heroin, sind die Pupillen auf die Größe von Stecknadeln geschrumpft und die Atemfrequenz ist sehr niedrig, diese liegt hierbei bei nur 2-3 Atemzügen pro Minute. In diesem Fall kann ein Herzstillstand mit gleichzeitiger Aussetzung der Atemfunktionen auftreten, deshalb sollte unverzüglich ein Notarzt gerufen werden. Die Droge birgt ein großes Risiko für eine schädliche Sucht, welche sich bereits nach einer geringen Einnahmedauer entwickeln kann. Bei der Benutzung von Spritzen besteht grundsätzlich die Gefahr, dass sich gefährliche Abszesse bilden oder sogar ganze Nervenstränge verletzt werden. Bei einer regelmäßigen Einnahme kommt es zu einer Reduzierung der Libido, die Konsumenten stumpfen ab und ziehen sich ganz aus dem Freundes- und Familienkreis und der Gesellschaft zurück. Heroinabhängige neigen zu depressiven Stimmungsschwankungen, welche sogar zu einem Suizid führen können. Dieser Freitod wird in vielen Fällen durch eine Überdosierung mit Heroin ausgelöst, welcher im Volksmund Goldener Schuss genannt wird. Schafft der Abhängige einen Entzug, muss dieser mit starken und sehr üblen Entzugserscheinungen rechnen, die als Cold Turkey bezeichnet werden. Diese Erscheinungen manifestieren sich in ausgeprägten Schwankungen des Blutdrucks, der Verlangsamung des Herzschlages, dauerhaften Schlafstörungen, starken Depressionen, beständiger Müdigkeit, anhaltender Appetitlosigkeit und einem darauf basierenden Gewichtsverlust, drückender Verstopfung, hinderlicher Impotenz, unkontrollierbarem Frösteln und Zittern, extremem Haarausfall und einer sehr unkoordinierten Gangweise.

Die Dosierung von Heroin

Heroin kann geraucht, durch die Nase geschnupft oder intravenös gespritzt werden. Weit verbreitet ist das Spritzen und Folienrauchen, hierbei wird die Droge auf einer Alufolie mit einem Feuerzeug erhitzt und die daraus aufsteigenden Dämpfe in die Atemwege inhaliert. Je nach Anwendungsart beginnt die Wirkung bereits nach wenigen Sekunden, beim Spritzen und Inhalieren, bis zu etwa einer Stunde, beim Schnupfen. Die Wirkungsdauer beträgt normalerweise etwa 3-5 Stunden und ist abhängig vom jeweiligen Konsumverhalten. Das größte Potential für eine Sucht entsteht beim Spritzen der Droge. Heroin gehört zu den Straßendrogen, da es hier überwiegend verkauft und auch konsumiert wird. Die Ausgangssubstanz wird in den meisten Fällen von den diversen Zwischenhändlern gestreckt, um den persönlichen Profit zu steigern. Deshalb ist der letztendliche Wirkstoffgehalt in der Regel nicht bekannt und führt zu Problemen bei der Dosierung. Eine Dosierungsmenge zwischen 1-5 mg löst im Allgemeinen einen deutlich spürbaren Rausch aus, das Straßenheroin wird aber üblicherweise mit anderen, und meist weitaus schädlicheren, Substanzen gestreckt. Durch eine allmähliche Gewöhnung entwickelt sich außerdem eine körpereigene Toleranz, die zu einer benötigten Erhöhung der Wirkdosis führt.

Die verschiedenen Effekte von Heroin auf die Gesundheit des Menschen

Heroin verfügt über eine gute Fettlöslichkeit und kann daher sehr leicht in das Gehirn eintreten. Wird es intravenös gespritzt, tritt die Wirkungsweise am schnellsten ein, da es augenblicklich in den Blutkreislauf gelangt. Der Abbau von Heroin findet in der Leber statt, mit Hilfe der Glukoronidierung, das dabei entstehende Glukoronid (Gluconsäure) wird fast gänzlich über den Urin ausgeschieden, nur ein geringer Prozentsatz verlässt den Körper durch den Darm. Bei einem Test des Blutes und des Urins, ist Heroin noch 2-4 Tage nach der letzten Einnahme nachweisbar. Durch die Haaranalyse kann die Droge sogar noch bis zu 90 Tage nach der letzten Einnahme nachgewiesen werden. Allerdings kann bei den beiden gängigen Testverfahren nicht genau definiert werden, ob der Konsument die Droge Heroin oder artverwandte Wirkstoffe eingenommen hat. Da Opium und Morphin in der Humanmedizin zur Schmerzbekämpfung eingesetzt werden, liegt bei deren Einnahme aus medizinischen Gründen keine Straftat vor. Zu den Langzeitfolgen und -schäden bei einem übermäßigen Heroinkonsum gehören die körperliche Abmagerung, das Aussetzen der Menstruation, die Verminderung der Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses und der allgemeinen Gehirntätigkeiten, unkontrollierbares Zittern der Hände, Schwierigkeiten bei der Koordination mit halbseitigen Lähmungen, schwaches Immunsystem (was zu einer starken Anfälligkeit für Infektionen führt), Auflösung der Muskelfasern, Verstopfung der Nieren und Entzündungen des Herzens. Eine psychische Folgeerscheinung ist eine stetig steigende Gleichgültigkeit gegenüber sich selbst, den Mitmenschen und der Umwelt.

Heroin und seine Legalität in Deutschland

Heroin ist in Deutschland illegal und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. Sowohl der Besitz als auch der Handel von Heroin ist strafbar, unabhängig von der sichergestellten Menge. Wer mit Heroin von der Polizei erwischt wird, gegen den wird auf jeden Fall eine strafrechtliche Anzeige erstattet, da diese Substanz als eine harte Droge eingestuft wird. Es ist mit hohen Geld-, Bewährungs- oder sogar Haftstrafen zu rechnen.

Heroin

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