Kokain und dessen Einnahme im Lauf der Geschichte

Kokain wird aus den Blättern des Koka- oder auch Coca-Strauches, einer in Südamerika heimischen Pflanze, gewonnen. Es ist geschichtlich erwiesen, dass die in den südamerikanischen Anden ansässigen Indianer schon vor über 4.000 Jahren Koka-Blätter als gängiges Heilmittel und als Rauschmittel für Stammesrituale nutzten. In der Ursprungsregion wurden diese Blätter ganz einfach zerkaut und somit oral eingenommen. Im Mittelalter kam die berauschende Pflanze nach Europa und hat sich dann von hier aus in der ganzen Welt verbreitet. Auf dem europäischen Kontinent wurden die Pflanzenblätter von 1860-1885 chemisch erforscht, unter anderem gelang dem Chemiker Albert Niemann eine Isolierung des Wirkstoffes Kokain. Zu dieser Zeit erwähnte Sigmund Freud lobend die Wirkungsweise der Substanz in einem seiner Aufsätze, der weltbekannte Psychoanalytiker empfahl die damals grassierende Opiumsucht mit Kokain zu behandeln. Durch diese verherrlichende Empfehlung wurde die Droge in allen gesellschaftlichen Schichten bekannt und erlebte eine Hochkonjunktur als Zaubermittel gegen viele menschliche Leiden. In der Humanmedizin fand der Wirkstoff seinen Einsatz als Narkosemittel und erreichte damit auch normale Bürger aller Generationen. Kokain wurde als hilfreiches Schmerzmittel gegen anhaltende Kopf- und Zahnschmerzen eingenommen und auch bei Entzündungen der Nasenschleimhaut und gegen Asthma verschrieben. Das angebliche Heilmittel fand seine Verwendung in Elixieren, Likören, Stärkungsmitteln, Zigaretten und als Zusatzstoff im Wein. Zu dieser Zeit hatte das noch heute sehr populäre Getränk Coca Cola einen geringen Kokaingehalt, dieser Faktor spiegelt sich deutlich im Namen des Trankes wieder.

Die Wirkung von Kokain auf den Menschen

Kokain hat eine berauschende Wirkung auf den Menschen und stimuliert die körperlichen Antriebsfunktionen. Die Substanz wirkt in den Nervenzellen im Gehirn und hemmt dort für einige Zeit die Wiederaufnahme von Dopamin. Auf diese Weise erhöht sich schnell die Menge dieses wichtigen Botenstoffes in den dafür zuständigen Synapsen. Kokain setzt die Angstschwelle herab und verbessert die zwischenmenschliche Kontaktfähigkeit. Gedankliche Abläufe im Gehirn verlaufen nach der Einnahme schneller und das Selbstwertgefühl wird angehoben, genauso wie das individuelle Stimmungsbarometer. Außerdem wird der Sexualtrieb gesteigert und die Hemmschwellen zu Durchführung des Sexualaktes werden gesenkt. Die akustische Wahrnehmung wird intensiviert, in seltenen Fällen kommt es sogar zu akustischen und optischen Sinnestäuschungen. Kokain dämpft das körpereigene Hungergefühl, bei gleichzeitiger Steigerung des jeweiligen Energielevels. Der Konsument fühlt sich durch die Droge stark und unverwundbar, die Bereitschaft zum Eingehen von Risiken steigt deutlich an.

Die “Nebenwirkungen” von Kokain

Kokain hat eine starke Rauschwirkung auf den Menschen, die jedoch nicht nur positive Effekte innehat. Nach dem die Wirkungsweise des Kokains abgeklungen ist, sind viele Konsumenten im Anschluss sehr niedergeschlagen und neigen zu depressiven Stimmungsumschwüngen. Bei einer akuten Drogenwirkung kann es zu einem andauernden Verfolgungswahn und ausgeprägten Angstzuständen kommen. Diese unerwünschten Angstzustände können darüber hinaus in ausgewachsene Psychosen eskalieren, die nur schwer zu heilen sind. Bei einer entsprechenden Vorbelastung verstärken sich für depressive Menschen die Gedanken an Selbstmord, diese selbstzerstörerischen Tendenzen werden tragischerweise unter Einfluss von Kokain sogar manchmal in die Tat umgesetzt. Weitere und nicht gewünschte Begleiterscheinungen sind ein anhaltendes Herzrasen, eine deutlich sichtbare Erweiterung der Pupillen, ungesunde Blässe der Haut und teilweise kommt es auch zu unkontrollierbaren Krampfanfällen. Die Koordination kann gestört, der Blutdruck angehoben und die Körpertemperatur stark erhöht werden. Zu hoher Konsum oder gar eine Überdosierung von Kokain kann zu dauerhaften Störungen der Herzfunktion führen, die in einem tödlichen Herzversagen, Hirnödemen und Schlaganfällen mit halbseitigen Lähmungen enden. Speziell bei Personen mit erblichen oder altersbedingten, gesundheitlichen Problemen sind diese fatalen Folge-Erscheinungen nicht auszuschließen.

Die Dosierung von Kokain

Kokain wird in den meisten Fällen in kleinen Linien ausgelegt und durch die Nase geschnupft. Auf diese Weise wird die Droge über die Schleimhäute der Nase und des Rachens aufgenommen. Gebräuchlich ist auch das Auftragen auf andere Schleimhäute, zum Beispiel auf das Zahnfleisch, die Penisspitze und die Vagina. Die letzten beiden Methoden sind speziell bei der Einnahme zur Verbesserung des Sexualaktes üblich. Die Linien beinhalten normalerweise einige Milligramm der Substanz, wobei die Wirkungsweise stark von dem Wirkstoffgehalt abhängig ist. Kokain wird vor dem Verkauf in der Regel mit anderen und billigeren Substanzen gestreckt, um eine Maximierung des Profites zu erreichen. Deshalb ist eine konkrete Angabe zur benötigten Dosierungsmenge für einen Rausch nur schwer möglich. Nur sehr selten wird die Droge gespritzt oder oral eingenommen. Bei einer intravenösen Einnahme tritt die Wirkung fast auf der Stelle ein und hält etwa 10-60 Minuten an, beim Schnupfen durch die Nase hält die Wirkungsdauer deutlich länger an. Eine weitere Einnahmeform von Kokain ist die Herstellung von Crack, welches durch ein Erhitzen von Kokainkristallen mit Natron (Natriumhydrogencarbonat, wird als Backpulver genutzt) produziert wird. Crack wird über einer Alufolie erhitzt und geraucht. Diese Prozedur ist auch mit Ammoniak möglich. Bei beiden Verfahren setzt die Wirkung viel schneller ein, jedoch ist auch das Abhängigkeitspotential um einiges höher.

Die verschiedenen Effekte von Kokain auf die Gesundheit des Menschen

Kokain wird fast komplett in der Leber abgebaut, nur ein kleiner Teil der Droge wird über die Nieren verarbeitet und ausgeschieden. Etwa 1-4 Prozent des Wirkstoffes werden gänzlich unverändert über das Urin ausgeschieden. Bei einer staatlichen Kontrolle wird in fast allen standardmäßigen Schnelltests nach Kokain gesucht. Die Droge ist noch nach ca. 2-4 Tagen nach der letzten Einnahme nachweisbar, die Nachweiszeit variiert jedoch stark vom jeweiligen Konsumverhalten. Anhand einer Haaranalyse kann Kokain sogar noch bis zu einer Dauer von 90 Tagen nach der letzten Einnahme im Haar nachgewiesen werden. Zu den Langzeitfolgen bei einem regelmäßigen Konsum der Droge gehören starke Abmagerung, dauerhafte Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Depressionen und das Entstehen von gefährlichen Psychosen. Durch das Schnupfen kann das Kokain bei einer übermäßigen Einnahme Löcher in die Nasenschleimhaut brennen. Die Leber wird beträchtlich geschädigt, das Risiko von Herz- und Hirninfarkten und Krampfanfällen steigt erheblich. Bei erblichen Vorbelastungen sind auch bei einem nur sporadisch durchgeführten Gebrauch fatale und sogar tödliche Komplikationen nicht auszuschließen. Bei der Einnahme von Kokain kommt es zwar zu keinen körperlich schmerzhaften Entzugserscheinungen, dafür ist die psychische Abhängigkeit umso größer. Der Konsument braucht einen steten Kokainrausch, um das Alltagsleben zu meistern und sich gut zu fühlen.

Kokain und seine Legalität in Deutschland

Kokain ist in Deutschland illegal und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. Sowohl der Besitz als auch der Handel von Kokain ist strafbar, unabhängig von der Größe der Menge. Wer mit Kokain von der Polizei erwischt wird, gegen den wird in jedem Fall eine Anzeige erstattet, da diese Substanz als harte Droge eingestuft wird. Es muss mit hohen Geld-, Bewährungs- oder sogar Haftstrafen gerechnet werden.

Kokain - Nebenwirkungen, Dosierung & Effekte

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