LSD und seine geschichtliche Entwicklung
Die Abkürzung LSD steht für Lysergsäurediethylamid, einem aus dem Mutterkornalkaloid chemisch gewonnenen Derivat der Lysergsäure. LSD ist hochkonzentriert, zählt zu den stärksten halluzinogenen Drogen und wird zu der Gruppe der Psychedelika eingeordnet. LSD wurde zum ersten Mal im Jahr 1938 durch den Chemiker Albert Hofmann synthetisch produziert, welcher zu der Zeit für das in Basel ansässige Pharmazieunternehmen Sandoz tätig war. Das Mittel sollte als ein Stimulans für den Kreislauf dienen, erst einige Jahre nach der ersten Herstellung wurde dessen stark halluzinogene Wirkung bekannt. Bereits eine sehr geringe Dosis ruft extreme Halluzinationen hervor, die ausgesprochen lange andauern. LSD wurde in den 60er Jahren von dem amerikanischen Drogenguru Timothy Leary unter seinen Studenten popularisiert, welcher die neue Generation zu einem veränderten und lockeren Lebensstil aufforderte. Dieser neue Lebensstil sollte mit Hilfe von halluzinogenen Drogen realisiert werden, welche den Konsumenten revolutionäre Erkenntnisse bescherten. Anfänglich experimentierten das herstellende Pharmaunternehmen, Geheimdienste, Militärbehörden und Psychologen mit dieser Droge, bis diese nach und nach von den meisten Regierungen als illegal eingestuft wurde. Mit der Hippie-Bewegung in den 70er Jahren wurde LSD als Spaß- und Partydroge sehr beliebt, aufgrund ihrer langen Wirkungsdauer war diese ideal für Musikfestivals. Mit der wachsenden Popularität von elektronischer Musik ab dem 90er Jahren entdeckten junge Menschen diese Droge für Rave- und Goapartys in Clubs und bei Open-Air Veranstaltungen. In der Szene wird LSD auch als Acid, Pappen, Speedball oder Trip bezeichnet und regelmäßig konsumiert.

Die Wirkung von LSD auf den Menschen
Das LSD hat eine massive Wirkung auf das menschliche Empfinden, nach der Einnahmen wird das individuelle Zeitgefühl stark verlangsamt und die Grenzen zwischen Realität und Vorstellungsvermögen verschwimmen. Das persönliche Selbstwertgefühl steigt in die Höhe und der Konsument hält sich oft für übermächtig. Die erlebten Bilder, Emotionen, Gefühle und Sinneseindrücke sind phantasievoll und surreal. Schnell stellen sich Gleichgewichts- und Gangstörungen ein, da die Realität außerordentlich verzerrt wahrgenommen wird. Je nach Konstitution des Konsumenten ist die jeweilige Wirkungsweise jedoch sehr vielseitig und variiert stark. Im Allgemeinen wird man durch die Einnahme von LSD emotional viel empfindsamer und es stellt sich eine außergewöhnliche Veränderung des Bewusstseins ein. Innere Gedanken und Prozesse, sowie die meisten Faktoren von Außen, beeinflussen die jeweilige Wirkung und steuern die Richtung des Trips. Die halluzinogene Droge lässt sich noch bis zu vier Tage nach dem Zeitpunkt der Einnahme im menschlichen Körper nachweisen. Das LSD-Molekül hat jedoch eine kurze Halbwertszeit und kann nur bei einer besonders hohen Konzentration im Urin eindeutig nachgewiesen werden. Aufgrund der extremen Wirkungsdauer und -weise sollte der Konsument nicht am Straßenverkehr teilnehmen und während der Dauer des Trips keine schweren und gefährlichen Maschinen bedienen. Sowohl die Unfall- als auch die Verletzungsgefahr steigen in dieser Zeit rapide an, da die Realität nur sehr verzerrt wahrgenommen wird.

Die “Nebenwirkungen” von LSD
Generell intensiviert LSD die individuelle Wahrnehmung und konvertiert das Zeitempfinden. Äußere Umgebungen werden ebenfalls verändert empfunden, dieser Umstand führt entweder zu Lachkicks, einem eher beobachtenden Zustand oder zu einer Verwirrung und Angstgefühlen. Während eines Trips treten pseudoreale Halluzinationen auf, in denen real existierende Gegenstände sehr plastisch oder sogar in Bewegung wahrgenommen werden. Konsumenten berichten von Wänden, die scheinbar atmen, und Bäumen, die reden. Besonders bei geschlossenen Augen treten farbig strahlende, geometrisch geformte Objekte und kaleidoskopartige Visionen auf. Allgemein berichten viele Konsumenten von einer faszinierenden Intensivierung der Farben und Lichter. Auch das audiovisuelle Wahrnehmen wird modifiziert, dieser Faktor manifestiert sich in einem Hörvermögen mit Echo-Effekten. Klänge werde anders und neu eingeordnet, und Musikerlebnisse intensiver wahrgenommen. In den meisten Fällen versetzt LSD die Konsumenten in einen anormalen Zustand, der mit einer Psychose verglichen werden kann, außerdem gibt es Ähnlichkeiten mit den Symptomen der Schizophrenie. Normalerweise ist sich der Konsument jedoch bewusst, dass er durch die Einnahme einer halluzinogenen Droge in diesen außergewöhnlichen Zustand versetzt wurde und nicht wirklich an krankhaften Bewusstseinszuständen leidet. Bei einer zu hohen Dosierung kann dieses Wissen über den gewollten Rausch allerdings abhanden kommen und die Kontrolle über die eigene Handlungsweise fällt aus.

Die Dosierung von LSD
LSD ist hochkonzentriert und wirkt schon in extrem geringen Mengen, bereits kleinste Dosierungen im Mikrogramm Bereich (Abkürzung: µg) reichen aus, um das volle Wirkungspotential der Droge auszulösen. Im Vergleich dazu wirken die meisten herkömmlichen Drogen erst ab einigen Milligramm oder sogar weit darüber hinaus. Um die hohe Konzentration abzuschwächen und Überdosierungen zu verhindern, wird LSD üblicherweise in Trinkwasser aufgelöst und dann im Anschluss auf kleine Löschpapierecken, Papier- oder Pappeschnipsel getropft. In der Szenesprache wird diese Darreichungsform “Pappe” genannt und mit bunten Symbolen bedruckt. Abhängig von der Anzahl der Tropfen-können in einem Plättchen zwischen 20-100 µg an LSD enthalten sein. Nach dem oralen Konsum setzt die Wirkung von LSD etwa nach einer halben bis zu einer Stunde ein, der dann folgende Rauschzustand hält extrem lange an, etwa 6-12 Stunden und ist nur sehr schlecht steuerbar. Normalerweise kann nicht einmal der Hersteller oder der Dealer die ganz genaue Menge an LSD auf den einzelnen Tickets bestimmen, aus diesem Grund ist die Intensität der ausgelösten Trips oftmals von einer sehr differenzierenden Stärke.

Die unterschiedlichen Effekte von LSD auf die Gesundheit des Menschen
LSD hat sehr intensive Auswirkungen auf den Körper, sowohl in positiver, als auch in negativer Art und Weise. Ein psychisch und physisch gesunder Mensch wird höchstwahrscheinlich einen ausgelassenen und lustigen Trip erleben, welcher ihn zu einem erweiterten Bewusstseinszustand mit fantastischen Erlebnissen führt. Jedoch muss auch mit erhöhten Risiken während des Rauschzustandes gerechnet werden, da die durch die Droge hervorgerufenen Fehlreaktionen zu Unfälle führen können. Im ganz extremen Fällen kommt es zu selbstzerstörerischen Handlungen, vor allem im Straßenverkehr und bei falscher Einschätzung von Höhen. Oft schlägt das Herz schneller und der Blutdruck steigt an, was zu einem Schwindelgefühl und Hitze- und Kältewallungen führen kann. Selbst wenn die eigentliche Wirkung schon abgeklungen ist, muss noch einige Tage später mit unerwünschten Nachwirkungen, wie zum Beispiel anhaltender Übelkeit, ausgeprägter Müdigkeit und sogar mit einem Flashback gerechnet werden. Bereits psychisch gestörte und labile Menschen können auf einem LSD Trip sogar hängenbleiben und nie wieder richtig runterkommen.

Die Legalität von LSD in Deutschland
LSD fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und ist in Deutschland illegal. Aufgrund der kurzen Nachweiszeit und schnellen Verflüchtigung im Körper eines Menschen, werden bei einer Kontrolle selten starke Werte an LSD festgestellt, die zu einer harten strafrechtlichen Verfolgung führen. Das Dealen mit der halluzinogenen Droge wird jedoch stets von der Staatsanwaltschaft verfolgt und mit strengen Strafen belegt.

LSD