Marihuana im Lauf der Geschichte

Die Geschichte der Marihuana-Pflanze reicht lange in die Vergangenheit der Menschen zurück. Schon seit der prähistorischen Zeit wird diese in Europa und in Asien als Droge und auch als Medizin verwendet. Die berauschende Wirkung haben nur die Knospen der weiblichen Pflanze inne, die dafür speziell gezüchtet werden. Die männliche Pflanze wird als Hanf bezeichnet und dient als Faserlieferant und Rohstoff für die Erzeugung von vielen nützlichen Sachen, zum Beispiel für die Herstellung von Papier. Hanf und seine vielen Verwendungsweisen konnten sich auch in Afrika verbreiten, in den letzten beiden Jahrtausenden hat dieser seinen Eingang in Bräuche und Riten vieler Stammeskulturen gefunden. Mit der Sklavenverschiffung, nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinentes, wurde die facettenreiche Pflanze durch die Kolonialmächte in die Länder der neuen Welt gebracht und vielseitig eingesetzt. Die Menschheit hat sich seit der Entdeckung dieser potenten Pflanze mit dieser berauscht, und außerdem Marihuana als Hilfsmittel für inspirierende Gedanken und als Heilmittel genutzt. Unabhängig von der Gesellschaft und den verschiedenen Gesellschaftsschichten, hat sich eine entsprechende Marihuanakultur entwickelt, sowohl im afrikanischen Eingeborenendorf als auch in bourgeoisen Kreisen der intellektuellen Schichten. Heutzutage wird diese Pflanze immer noch bei vielen Naturstämmen- und völkern für schamanische Rituale und als wichtiger Bestandteil der Medizinpräparate verwendet.

Die Wirkung von Marihuana auf den menschlichen Körper und Geist

Marihuana und dessen Verarbeitung zu Haschisch sind in der heutigen Zeit die weltweit am häufigsten konsumierten Drogen, welche in den meisten Ländern als illegal eingestuft werden. In den westlichen Ländern trägt Marihuana aufgrund seiner eher harmlosen Wirkungsweise die Bezeichnung weiche Droge, im Gegensatz zu den harten Drogen Kokain, Heroin und Crack. Die letzteren generieren schnell eine Sucht im menschlichen Körper, während es bis zu diesem Zeitpunkt noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Ergebnisse und Belege für eine suchterzeugende Wirkung von Marihuana gibt. Auch die Konsumenten dieses sanften Rauschmittels sehen sich nicht als Süchtige, sondern eher als Genießer der entspannenden und berauschenden Wirkungsweise. Für die meisten ist deshalb ein Aufhören des Marihuanakonsums jederzeit möglich, ohne die negativen Entzugserscheinungen, welche normalerweise bei einer Drogensucht entstehen. Die psychoaktive Wirkung von Marihuana ist vor allem auf den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol, kurz THC, zurück zu führen. Des weiteren spielen hier noch die Cannabinoide eine wichtige Rolle, entscheidend für den Effekt ist aber die Wechselwirkung der verschiedenen, hier enthaltenen Substanzen. Das Cannabidiol, kurz CBD, unterbindet sogar die Wirkung vom THC, deshalb sind Marihuanazüchter stets bemüht, den Gehalt an CBD in ihren Pflanzen möglichst gering zu halten. Dieses hat außerdem eine angstlösende und schmerzhemmende Wirkungsweise im Körper. Das Cannabinol, kurz CBN, wirkt dagegen gering psychoaktiv und senkt vor allem den Augeninnendruck. Darüber hinaus ist es antibiotisch und hat einen beruhigenden Einfluss. Das Cannabichrom, kurz CBC, verstärkt die schmerzhemmende Auswirkung des THCs und wirkt ebenfalls beruhigend. Die Cannabinole sind in einer großen Anzahl vertreten, von denen noch nicht alle genau pharmakologisch analysiert wurden. In Marihuana-Blättern befinden sich außerdem auch Harze und ätherische Öle, in den Samen sind allergiehemmende Lignane enthalten.

Die “Nebenwirkungen” von Marihuana

Die meisten Menschen rauchen oder essen die Marihuanaknospen aufgrund der starken psychoaktiven Wirkung. Sie wollen sich berauschen und die Probleme und Sorgen des Alltagslebens vergessen. Hier muss jedoch stark zwischen den Marihuanagattungen Indica und Sativa unterschieden werden. Die Indicasorten sind eher beruhigend und nur leicht halluzinogen, sie lindern den Schmerz, senken den Augeninnendruck, sind antiepileptisch, verringern die Pulsfrequenz und regen den Schlafprozess an. Dagegen sind die Sativa stark psychoaktiv, halluzinogen, stimulierend und steigern die Pulsfrequenz. Aus diesen Gründen werden die Indica überwiegend zu medizinischen Zwecken und zur abendlichen Beruhigung genutzt. Der Genuss von Sativa steht mehr im Zusammenhang mit Ritualen und festlichen Feierlichkeiten, bei denen sich der Konsument euphorisch und aufgeregt fühlen möchte.

Die Dosierung des Marihuanakonsums

Die meisten Konsumenten von Marihuana rauchen dieses zur Entspannung nach einem harten Tag, da es ihnen dabei hilft, abzuschalten und schneller einzuschlafen. Dazu werden in den meisten Fällen die Marihuanaknospen zusammen mit etwas Tabak und mit Hilfe eines Zigarettenpapiers in einen Joint gerollt. Dieser Joint wird über die Lunge geraucht und die Wirkstoffe geraten so in den menschlichen Kreislauf. Weniger verbreitet ist das Rauchen mit einer Pfeife oder über ein Dampfgerät. Möglich ist auch der Verzehr von Marihuana in Keksen oder Kuchen, dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass hier genügend Fette enthalten sind, da sich sonst die Wirkstoffe nicht entfalten. Die Menge der eingesetzten Marihuanaknospen ist abhängig von den persönlichen Gewohnheiten, je mehr konsumiert wird, desto toleranter wird auch der Körper und es muss eine größere Menge für den gewünschten Effekt eingesetzt werden. Bis heute ist jedoch noch kein einziger Fall bekannt, wo jemand aufgrund eines überhöhten Marihuanakonsums gestorben ist. Dieser Umstand steht im extremen Gegensatz zum Alkoholkonsum, welcher bereits viele Todesopfer gefordert hat. Besonders im Straßenverkehr ist das Fahren unter Alkohol sehr gefährlich und führt zu vielen tödlichen Unfällen, während ein durch Marihuana berauschter Fahrer eher vorsichtig und langsam fährt.

Die positiven Effekte des Marihuanas auf die menschliche Gesundheit

Marihuana spielt schon seit langer Zeit aufgrund seiner vielen positiven Effekte eine bedeutende Rolle in der Medizin. Besser als andere Medikamente hilft dieses gegen die Übelkeit, die während einer Chemotherapie aufkommt. Bei Augenkrankheiten gibt es Marihuanaebenfalls eine heilende Wirkung, genauso wie bei Menstruationsbeschwerden und Muskelschmerzen. Der Konsum von Marihuana bekämpft die Appetitlosigkeit bei AIDS-Erkrankungen und kann auch Depressionen lindern. Deshalb wird in vielen Ländern an diesen Patientenkreis, trotz der illegalen Stellung der Pflanze, Marihuana medizinisch verschrieben. In der Schulmedizin werden neuerdings die Wirkstoffe des Marihuanas kopiert und synthetisch hergestellt, die Endprodukte kommen allerdings nicht an den originalen Effekt heran.

Legalität in Deutschland

In den meisten Ländern der Welt verbietet die momentane Gesetzeslage den Marihuanakonsum viele liberale Länder tolerieren diesen jedoch. In Deutschland ist Marihuana immer noch illegal, im Gegensatz zum Nachbarland Niederlande, wo es sogar Coffeeshops für den Erwerb gibt. Auf politischer Ebene gibt es allerdings eine rege Diskussion über die Legalisierung, mit gutem Beispiel voran geht gerade Uruguay, wo die Gesetzeslage zugunsten von Marihuanakonsumenten geändert wurde. Wenn nur geringe Mengen bei einer Polizeikontrolle gefunden werden, die eindeutig auf einen privaten und nicht gewerblich Besitz hindeuten, ist die Polizei oft nachsichtig. Dies ist aber stark vom Bundesstaat und der hier herrschenden politischen Stimmung abhängig.

 

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