Nikotin:
Nikotin und dessen Einnahme im Lauf der Geschichte
Nikotin ist ein Alkaloid, welches als Hauptwirkstoff in Tabak enthalten ist. Dieser Wirkstoff wird normalerweise in der Form von getrockneten und fermentierten Tabakblättern konsumiert, die überwiegend in eine Zigaretten- oder Zigarrenform gebracht werden. Im eigentlichen Sinne ist das Nikotin ein giftiger Abwehrstoff der Tabakpflanze, die sich damit gegen gefräßige Schädlinge wehrt. Wird ein Tabakblatt von Schädlingen angefressen, reagiert die Pflanze mit einer gesteigerten Nikotinproduktion und den gefräßigen Räubern vergeht dank des giftigen und übel schmeckenden Wirkstoffes schnell der Appetit. Im Gegensatz dazu lassen sich Menschen von den giftigen und schlecht schmeckenden Eigenschaften des Nikotins nicht abschrecken. Tabak wird schon seit langer Zeit geraucht, gekaut und sogar geschnupft. Mit der Entdeckung von Amerika kam der Tabak noch Europa und hat hier schnell seinen Siegeszug angetreten, der bis in die heutige Zeit anhält. Schon die amerikanischen Ureinwohner waren mit der berauschenden Wirkungsweise des Tabaks vertraut. Neben der Einnahme durch Schnupfen, Kauen und Rauchen, wurde dieser auch als Heilmittel auf Wunden aufgetragen. Im Gegensatz zu dem heutigen Konsumverhalten, war Tabak damals kein Artikel für den tagtäglichen Gebrauch, sondern überwiegend den medizinischen und religiösen Zwecken vorbehalten. Mit den englischen und spanischen Eroberern kam der Tabak und das darin enthaltene Nikotin dann in die europäischen Länder. Der französische Diplomat Jean Nicot brachte die Tabakpflanze im 16. Jahrhundert zu seinem König an den französischen Hof. Er gab dieser Pflanze, und dem darin enthaltenen, Wirkstoff auch seinen Namen. Da die Tabakpflanzen auch ohne Probleme in Europa gedeihen können, wurden diese schnell großflächig angepflanzt. Mit der industriellen Herstellung von Zigaretten wurde der Massenkonsum ermöglicht, der sich durch alle gesellschaftlichen Schichten und alle Generationen zieht.

Die Wirkung von Nikotin auf den Menschen
Durch das Rauchen wird das Nikotin direkt im Mund aufgenommen, angesichts der Tatsache, dass dieser Rausch alkalisch ist, löst es sich auf der Stelle im Speichel auf. Außerdem findet durch das Inhalieren auch eine Aufnahme von Nikotin über die Lunge statt. Von dort gelangt es über den menschlichen Blutkreislauf in das Gehirn, wo es an die sogenannten Rezeptoren andockt. Die Rezeptoren sind Reizstellen im Gehirn, die bei einem auftretenden Bedarf die lebenswichtigen Hormone ausschütten. Das Nikotin sorgt für eine Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin, diese Hormone bewirken im Körper ein angenehmes Glücksgefühl. Der rauchende Konsument fühlt sich für seine Aktivität belohnt und versucht deshalb diesen angenehmen Zustand immer wieder aufs neue zu erreichen. Deswegen ist die Gefahr einer rasch einsetzenden Abhängigkeit extrem groß. Der durch das Nikotin entstehende Rausch erhöht die Wachsamkeit, wirkt leicht positiv auf die Stimmung und unterdrückt minimal das Hungergefühl. Der Rausch wird ganz individuell von den Konsumenten als stärker oder schwächer empfunden, jeder Raucher hat hier eine andere Wahrnehmung, jedoch hält die Wirkung von Nikotin nur wenige Minuten an. Eine volkstümliche Weisheit besagt, dass durch das Rauchen nervöse Menschen ruhiger und die ruhigen Menschen nervöser werden.

Die “Nebenwirkungen” von Nikotin
Nikotin gehört zu den stärksten Giften, die der Menschheit bekannt sind. Im natürlichen Zustand ist eine ölige und farblose Flüssigkeit, welche einen enorm scharfen Geschmack hat. Bereits nach sieben Sekunden, nachdem der Rauch über die Mund- und die Lungenschleimhäute aufgenommen wurde, erreichen die ersten Moleküle des Nikotins das menschliche Gehirn. Der Wirkstoff macht im sehr hohen Maße psychisch abhängig, die Sucht tritt bereits nach einer kurzen Zeitspanne ein. Dagegen zeigt sich die körperliche Abhängigkeit mit nur sehr geringfügigen Entzugserscheinungen und äußert sich in der Regel mit einem leichten Unwohlsein beim Aufstehen am Morgen. Dieses Unwohlsein verschwindet nach den ersten Zügen an einer Zigarette wieder schnell. Pures Nikotin kann einen Menschen innerhalb von Minuten töten, wenn es oral eingenommen wird. Bei überhöhtem oder einem ungewohnten Konsum zeigen sich Schwindelgefühle, Übelkeit mit etwaigem Erbrechen, ein erhöhter Harndrang und Magen- und Darmbeschwerden. Jedoch ist Nikotin im Unterschied zu Alkohol oder zu Kokain keine bewusstseinsverändernde Droge, dieser Umstand ist vermutlich einer der Gründe, warum nikotinhaltiger Tabak fast weltweit legal zu kaufen ist.

Die Dosierung von Nikotin
Nikotin wird in den meisten Fällen durch den Konsum von Zigaretten, Zigarren oder in einer Pfeife geraucht. Darüber hinaus kann nikotinhaltiger Tabak auch geschnupft werden, der sogenannte Schnupftabak. In einigen Kulturvölkern wird Tabak auch gekaut und heißt dann Kautabak. Schnupf- und Kautabak haben eine etwas andere Konsistenz als Tabak zum Rauchen, der deutlich trockener ist. In einer vorgefertigten Zigarette sind ca. ein Gramm Tabak, da dieser extrem getrocknet worden ist und daher viel an Gewicht verloren hat. Tabak zum Selbstdrehen ist deutlich feuchter, hierbei kann die gewünschte Tabakmenge individuell bestimmt werden. Wie viel Zigaretten jeder Raucher am Tag raucht ist sehr verschieden, manche gönnen sich nur einige wenige und andere rauchen täglich mehrere Packungen.

Die verschiedenen Effekte von Nikotin auf die Gesundheit des Menschen
Zu den Langzeitfolgen von dauerhaftem Nikotin-Konsum gehört ein stark erhöhtes Krebsrisiko, speziell der Lungenkrebs tritt in Kombination mit einer Raucherlunge auf. Sehr verbreitet ist auch das Raucherbein, bei dem die Blutversorgung in den Beinen deutlich gestört und am Ende sogar unterbrochen ist, sodass diese amputiert werden müssen. Rauchen von Nikotin kann zu schweren Schädigungen der Atemwege und der Lunge führen, nicht selten haben starke Raucher Asthma. Auch die Herzgefäße werden in Mitleidenschaft gezogen und das Herzinfarktrisiko steigt. In den vorgefertigten Zigaretten, die es Packungsweise im Handel zu kaufen gibt, ist jedoch nicht nur Tabak enthalten. Neben dem Nikotin werden noch viele chemische Zusätze beigemischt, um zum Beispiel ein gleichmäßiges Abbrennen der Zigarette zur ermöglichen. Diese Chemikalien sind genauso schädlich für die menschliche Gesundheit und fördern die Tendenz zur schnellen Suchtentwicklung.

Nikotin und seine Legalität in Deutschland
Obwohl Nikotin ein starkes Gift ist und schnell zu einer Abhängigkeit führt, ist es in Deutschland legal zu erwerben. Jeder Kiosk und Supermarkt führt nikotinhaltige Zigaretten und Zigarren, darüber hinaus gibt es an vielen Ecken einen Zigarettenautomaten. Seit einigen Jahren dürfen Zigaretten nicht mehr an Minderjährige verkauft werden und es wurde eine strenges Nichtrauchergesetz für öffentliche Plätze und Örtlichkeiten erlassen.

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