XTC:
XTC und dessen Einnahme im Lauf der Geschichte
Die ursprüngliche Substanz für XTC ist das MDMA, welches im Jahr 1912 patentiert wurde. Unter der Herrschaft des Kaisers Wilhelm II. forschten die Chemiker im ausgehenden 19. Jahrhundert in den deutschen Universitäten und Pharmakonzernen auf Hochtouren, und machten viele bedeutende Entdeckungen im Pharmabereich. Neben einer großen Diversität an nützlichen Medikamenten sind dabei auch zahlreiche, als Drogen eingestufte, Wirkstoffe entdeckt worden. Aufgrund der sehr außergewöhnlichen Nebenwirkungen wurde das MDMA nicht weiter erforscht und auch nicht kommerziell vermarktet. In den 70er Jahren wurde das Mittel wiederentdeckt und für Experimente in der Psychotherapie verwendet, außerdem fand es seinen Nutzen als potenzsteigernder Wirkstoff in der Hippy-Szene. In der später aufkommenden Gay- und Party-Szene gewannen das MDMA, und das daraus entstehende XTC, eine stark zunehmende Bedeutung. Als in den 90er Jahren die ersten Techno-Veranstaltungen Tausende von Partygängern anzogen, war diese Droge fest etabliert und wurde in Massen konsumiert. Heutzutage ist der Begriff XTC, E oder auch Ecstasy/Extasy ein Oberbegriff für mehrere psycho-aktive Substanzen, welche eine sehr ähnliche Wirkungsweise inne haben. Neben dem anfänglichen MDMA haben sich ebenfalls MDA, MBDB und MDE durchgesetzt. Im Szenekreisen wird das XTC auch Pille oder Essence genannt, manchmal werden auf die Pille auch Motive aufgedruckt, z.B. ein Smiley-Gesicht, dessen Namen diese dann trägt.

Die Wirkung von XTC auf den Menschen
XTC wird als Spaßdroge bezeichnet, da es die stimmungsaufhellende Substanz Serotonin im Gehirn freisetzt, die im Körper selber vorhanden ist. Nach ca. einer Stunde nach der Einnahme empfindet der Konsument ein starkes Glücksgefühl, während der Wirkungsdauer werden verschiedene Ebenen dieses Glücksempfindens geöffnet. Die eigene Umgebung wird viel positiver und auch sensibler aufgenommen, soziale Kontakte mit anderen Menschen werden offen und intensiv eingegangen. Individuelle Probleme treten in den Hintergrund und verlieren an Bedeutung. Außerdem verändert sich das persönliche Zeitgefühl und das Bewusstsein konzentriert sich voll und ganz auf den Moment. XTC erzeugt keine neuartigen Gefühle, vielmehr kommt es zu einer Freilegung und Verstärkung von bereits bestehenden Emotionen und Wahrnehmungen. Das wahre Potential von XTC kommt speziell zur Geltung, wenn es in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten während eines Rituals eingenommen wird, bei dem spirituelle Gespräche und sinnliche Berührungen eine wichtige Rolle spielen. Des Weiteren hat es eine starke Wirkung in Kombination mit treibender Musik und ausgiebigen Tanzeinheiten, weshalb die Droge eine große Popularität auf elektronischen Partys und Festivals gewonnen hat. XTC öffnet die innerlichen Schranken und Grenzen, deshalb kann es bei einem negativen Grundempfinden auch zu einem heftigen Erleben von aggressiven und schlechten Gefühlen kommen. Manche User kommen in der Zeit mit überstarken Reizen, vor allem visueller Art, nicht zurecht und kommen deswegen schlecht drauf. Neben glücklichen Empfindungen können auch unterschwellig sitzende Angstgefühle, welche durch drastische Probleme entstanden sind, freigelegt werden, diese können durch das XTC nur sehr kurzzeitig überdeckt werden.

Die “Nebenwirkungen” von XTC
Zu den möglicherweise auftretenden, körperlichen Nebenwirkungen gehören der Anstieg des Blutdrucks, Durchfall, Übelkeit, übermäßige Schweißausbrüche, erweiterte Pupillen und angespannte Kiefermuskeln, welche sich durch eine mahlende Kieferbewegung manifestieren. Diese Nebenwirkungen sind vorübergehend und gehen nach dem Ende des Trips von alleine wieder zurück. Die Durst und Hungergefühle werden überdeckt, genauso wie ein eventueller Erschöpfungszustand, was zu schweren Kreislaufproblemen führen kann. XTC bewirkt außerdem einen Anstieg der eigenen Körpertemperatur, sodass der Körper austrocknet und der Kreislauf zusätzlich belastet wird. Mit anderen Rauschmitteln kann es zu fatalen Wechselwirkungen kommen, die schwere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen können, deshalb ist eine kombinierte Einnahme nur mit Vorsicht zu genießen. In Kombination mit Alkohol trocknet der Körper schneller aus und die Nieren und die Leber werden stärker belastet. Der gleichzeitige Konsum von Marihuana kann den Konsumenten sowohl runter vom Trip bringen, als auch wieder rauf. Wird während eines XTC Trips auch Kokain konsumiert, kommt es zu gegensätzlichen und sehr wechselhaften Auswirkungen auf die Emotionen, außerdem besteht ein erhöhtes Risiko für Kreislaufprobleme. Bei einer zusätzlichen Einnahme von LSD kommt es zu einer Verstärkung der halluzinogenen Wirkung, dieser kombinierte Trip kann in völlig unkontrollierbare und sehr angsteinflößende Dimensionen abdriften. Bei einer zusätzlichen Einnahme von Speed wird generell die einfühlsame und sinnliche Wirkung aufgehoben.

Die Dosierung von XTC
XTC wird überwiegend in Pillenform hergestellt und verkauft, gelegentlich wird der Wirkstoff auch in Kapseln oder als Pulver angeboten, welches entweder pur oder bereits gestreckt ist. Das Pulver ist weiß, kristallförmig und schmeckt bitter. Da die meisten Konsumenten den Reinheitsgehalt der jeweiligen Pille nicht kennen, ist es schwer, eine konkrete mg-Dosis für die Einnahme anzugeben. Bei einer noch unbekannten Pille ist stets Vorsicht geboten und die anfängliche Dosis wesentlich niedriger anzusetzen, lieber zuerst nur 1/4 von einer Pille einnehmen und dann bei Bedarf nachwerfen. Da in den meisten Fällen Unklarheit darüber herrscht, was genau und wie viel davon vorhanden ist, sollte der User erstmal auf Nummer sicher gehen und das gesundheitliche Risiko auf diese Weise minimieren. Eine als vermeintlich gut bekannte Pille kann schon nach kurzer Zeit durch fast identische Imitationen ersetzt werden, die eine komplett andere Wirkstoff-Kombination haben und aufgrund der Konzentration anders dosiert werden müssen. XTC Pillen werden oral eingenommen, in Pulverform kann es entweder geschluckt oder durch die Nase gezogen werden. Die Wirkung dieser Droge setzt nach etwa 20- 60 Minuten ein, dieser Faktor ist abhängig von der körperlichen Verfassung und der Füllmenge im Magen, auf nüchternen Magen setzt die Wirkung in der Regel schneller ein. Je nach Reinheit des Wirkstoffes hält die Wirkung ca. 2-5 Stunden an und kann durch ein Nachwerfen verlängert werden.

Die verschiedenen Effekte von XTC auf die Gesundheit des Menschen
Bei einem regelmäßigen Konsum von XTC setzt rasch eine innere und andauernde Unruhe ein, die zu Verkrampfungen führen kann. Viele Konsumenten entwickeln oftmals einen Tag nach der Einnahme ein sehr nachteiliges Gefühl der Leere, wenn nach den berauschenden Momenten der Verbundenheit und den ekstatischen Glücksgefühlen auf der Tanzfläche, wieder der graue Alltag in seiner ganzen Intensität wahrgenommen wird. Da die körpereigenen Signale, wie Erschöpfung und Durst, überdeckt werden, kommt es vor allem bei pausenlosen Tanzeinlagen zu starken Kreislaufproblemen, mit einer Überhitzung und Austrocknung des Körpers. Nicht selten werden überforderte User bewusstlos und müssen dann ins Krankenhaus gebracht werden. Besonders hohe Überdosierungen führen in manchen Fällen zu schwerwiegenden Schäden an der Leber, den Nieren und des Gehirns, im ganz extremen Fall sogar zum plötzlichen Tod.

XTC und seine Legalität in Deutschland
Die Herstellung, der Verkauf, der Erwerb und der Besitz von XTC, in allen seinen Variationen, sind laut Betäubungsmittelgesetz illegal und werden hart bestraft. Wer am Straßenverkehr unter Einfluss von XTC teilnimmt, der riskiert schwere Unfälle und den Verlust des Führerscheins. In den letzten Jahren hat sich jedoch eine Bewegung zur Legalisierung und kontrollierten Herstellung von psychoaktiven Substanzen entwickelt, die das Recht des Einzelnen einfordert, selbstbestimmt und bewusst über den Konsum von psychoaktiven Drogen zu entscheiden.

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